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„Meine Bitte an alle Betroffenen: informiert euch! Ganz wichtig! In alle Richtungen ... Auch andere Betroffene befragen, um die bestmögliche Unterstützung im Verlauf der Krankheit zu erhalten. Und: Love yourself!“Alexandra, 48,
Diagnose Eierstockkrebs November 2016,
Hessen

Meist kommen mehrere Faktoren zusammen

Was sind die Ursachen von Eierstockkrebs?

Bis heute ist nur wenig über die Ursachen von Eierstockkrebs bekannt. Das Risiko für diese Erkrankung scheint mit dem Alter anzusteigen. Experten nehmen an, dass auch Umwelt- und Ernährungsfaktoren, Unfruchtbarkeit und Kinderlosigkeit bei der Entwicklung von Eierstockkrebs von Bedeutung sein können. Schwangerschaften und hormonelle Verhütungsmittel scheinen dagegen das Risiko für Eierstockkrebs zu senken.

Manche Frauen weisen bestimmte Genveränderungen (Mutationen) auf, die das Risiko für Eierstockkrebs erhöhen. Am besten erforscht sind aktuell die Gene BRCA1 und BRCA2. Bei rund 25 % aller Frauen mit Eierstockkrebs können BRCA-Mutationen nachgewiesen werden.

Krebsexperten gehen heute davon aus, dass bei der Entwicklung von Eierstockkrebs in den meisten Fällen ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren vorliegt, die teilweise noch nicht genau erforscht werden konnten.

Spielen Persönlichkeit und Stress eine Rolle?

Immer wieder wird die Frage gestellt, ob es bestimmte Charaktermerkmale bei Menschen gibt, die eine Krebserkrankung begünstigen. Verschiedene Studien konnten jedoch zeigen, dass bestimmte Persönlichkeitstypen oder Charaktereigenschaften nicht für die Entstehung bösartiger Erkrankungen verantwortlich gemacht werden können.

Und wie ist es mit psychischem Stress? Als Auslöser einer Krebserkrankung reicht psychischer Stress allein nicht aus, wie wissenschaftliche Studien belegen. Allerdings kommt es bei fast allen Patienten, bei denen Krebs diagnostiziert wurde, zu einer psychischen Belastung und zu großer Angst, sodass dieses wichtige Thema beim Arzt angesprochen werden sollte und Unterstützungsmöglichkeiten mit ihm besprochen werden sollten.

Welche Rolle spielen die BRCA-Gene bei der Krebsentstehung?

Was haben Genmutationen mit Krebs zu tun?

Genmutationen können schädliche Auswirkungen auf die Zellbiologie haben. Bei der Entstehung von Krebs sind die biologischen Vorgänge, die die Zellteilung kontrollieren, defekt. Im Gegensatz zu einer biologisch kontrollierten Zellteilung, die beispielsweise bei der Wundheilung stattfindet, kommt es bei Krebszellen zu einer unkontrollierten Zellvermehrung (s. Abb.). Dabei können die verursachenden Genmutationen durch äußere Faktoren (z. B. Rauchen, radioaktive Strahlung) oder erbliche Veranlagungen entstehen. Bevor es jedoch zur Entstehung von Krebs kommt, müssen verschiedene Faktoren zusammenwirken, da eine gesunde Zelle in der Regel erst nach mehreren Veränderungen zu einer Krebszelle entartet.

Krebszellen

BRCA-Mutationen verhindern eine korrekte DNA-Reparatur

Genmutationen müssen nicht immer einen schädlichen Effekt haben und kommen im menschlichen Körper sehr oft vor. Dafür wurde der menschliche Organismus mit verschiedenen Schutzfaktoren ausgestattet, die in der Lage sind, die DNA (unsere Erbsubstanz Desoxyribonukleinsäure, abgekürzt DNA für englisch deoxyribonucleic acid), die in jeder Zelle vorkommt, wieder zu reparieren. Es gibt unterschiedliche Reparaturmechanismen, die je nach Art der Erbgutschädigung herangezogen werden können. Die Gene BRCA1 und BRCA2 (englisch.: BReast CAncer gene; deutsch.: Brustkrebsgen) sind für die Produktion von Proteinen verantwortlich, die sehr effektiv die Reparatur von sogenannten DNA-Doppelstrangbrüchen (kompletten DNA-Brüchen) übernehmen. Seit ungefähr 20 Jahren sind verschiedene Mutationen in den BRCA-Genen bekannt, die mit einem erhöhten Risiko u. a. für Brust- oder Eierstockkrebs einhergehen können.

Dabei führen Mutationen der Gene BRCA1 und/oder BRCA2 dazu, dass der beschriebene Reparaturmechanismus nicht mehr korrekt funktioniert, DNA-Schäden nicht mehr behoben werden und sich ansammeln, was zur Krebsentstehung beitragen kann.

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