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BRCA-TEST
„Auf jeden Fall machen,
ich habe eine BRCA1-
Genmutation, und das hilft mir, weiterhin positiv zu denken, da es für mich weiterhin
gute Medikamente gibt!“
Manuela, 46,
Diagnose Eierstockkrebs Februar 2016,
Schleswig-Holstein

Wie können Biomarker bei Krebs helfen?

Was sind Biomarker? Eine Definition

Als Biomarker bezeichnet man charakteristische biologische Merkmale, die über bestimmte Vorgänge im Körper einer Person Auskunft geben können. Sie lassen sich messen und objektiv bewerten.

Körpertemperatur, Blutdruck oder der Cholesterinwert zählen ebenso zu den Biomarkern wie bestimmte Botenstoffe (Hormone) und Eiweiße (Proteine), die sich im Gewebe oder in Körperflüssigkeiten wie Blut oder Urin nachweisen lassen. In der modernen Medizin können ebenso Merkmale und Veränderungen unseres Erbguts als Biomarker dienen.

Es gibt verschiedene Arten von Biomarkern

Biomarker können Hinweise auf das Vorliegen einer Erkrankung geben, beispielsweise wenn sie von Normwerten abweichen. So kann ein erhöhter Blutzuckerspiegel auf einen Diabetes mellitus hinweisen. Man spricht in diesem Zusammenhang von diagnostischen Biomarkern. Prognostische Biomarker wiederum geben einen Hinweis darauf, wie sich eine Erkrankung entwickeln könnte.

Doch auch bei der Therapie von Krankheiten können Biomarker eine wichtige Rolle spielen: Sie können helfen, die bestmögliche Behandlung für PatientInnen zu finden. Bestimmte Biomarker geben beispielsweise einen Hinweis darauf, ob eine spezielle Behandlung bei PatientInnen Wirkung zeigen könnte oder nicht. Man spricht in diesem Fall von einem prädiktiven (vorhersagenden) Biomarker.

Biomarker in der Krebsmedizin: Wie lassen sie sich nutzen?

Insbesondere in der Krebsmedizin spielen Biomarker eine immer größere Rolle. Unter dem Begriff versteht man hier messbare Eigenschaften eines Tumors, die einen wichtigen Beitrag zur individuellen Therapieplanung leisten können. Denn mit Hilfe der Biomarker ist es in vielen Fällen möglich, die Behandlung von PatientInnen auf die molekularen Eigenschaften des Tumors abzustimmen. Man spricht in diesem Fall von einer zielgerichteten Therapie.

Eine derartige Behandlung kann unter bestimmten Voraussetzungen auch bei Eierstockkrebs zum Einsatz kommen. Zu den Merkmalen eines Tumors, die in diesem Zusammenhang von Interesse sind, gehören unter anderem eine homologe Rekombi­nations­defizienz (HRD) oder eine Mutation der Gene BRCA1 und BRCA2. Sie können mithilfe von speziellen Tests auf Genmutationen und ihre Folgen nachgewiesen werden.

Ein kleiner Exkurs: Was sind Tumormarker?

Gut zu wissen: In der Krebsmedizin wird immer wieder auch der Begriff Tumormarker benutzt. Als Tumormarker bezeichnet man eine spezielle Untergruppe der Biomarker. Es handelt sich in der Regel um Eiweiße oder Eiweißverbindungen, die von den Tumorzellen selbst hergestellt werden – oder die von gesunden Körperzellen als Reaktion auf den Krebs gebildet werden. Sie können bei einer Tumorerkrankung in erhöhter Konzentration im Blut oder in anderen Körperflüssigkeiten der PatientInnen festgestellt werden.

Tumormarker werden unter anderem dazu genutzt, um den Verlauf einer Krebserkrankung oder den Behandlungserfolg beurteilen beziehungsweise den weiteren Verlauf der Krankheit abschätzen zu können. Ein Tumormarker, der diesbezüglich bei Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom) von Bedeutung sein kann, ist zum Beispiel der Eiweißstoff CA 125 (Cancer Antigen 125). Ein Anstieg von CA 125 kann auf ein Rezidiv, also auf erneutes Tumorwachstum, hinweisen. Daher werden bei der Therapie von Eierstockkrebs immer auch die Blutwerte der Patientin im Auge behalten.

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Quellen:

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