„Meine Bitte an alle
Betroffenen: informiert
euch! Ganz wichtig!
In alle Richtungen…
Auch andere
Betroffene befragen
um die bestmögliche
Unterstützung im Verlauf
der Krankheit zu erhalten. Und: Love yourself!“
Alexandra, 48,
Diagnose Eierstockkrebs November 2016,
Hessen

Die Dinge rechtzeitig regeln

Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht – wann ist das relevant?

Es kann passieren, dass man plötzlich über seine medizinische Behandlung, Unterbringung und Versorgung nicht mehr selbst entscheiden kann. Man kann jedoch vorab seinen Willen dokumentieren – in einer Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht oder Betreuungsverfügung. Es ist wichtig, sich über diese Themen bereits in „guten Tagen“ Gedanken zu machen, denn nur so ist gewährleistet, dass die Wünsche des Patienten auch dann Berücksichtigung finden, wenn er sich selbst nicht mehr dazu äußern kann.

Patientenverfügung: Wie möchte ich behandelt und betreut werden?

Mit der Patientenverfügung kann jeder Volljährige vorsorglich für den Fall der Einwilligungsunfähigkeit festlegen, wie seine medizinische Behandlung und pflegerische Betreuung aussehen soll. Beispielsweise kann man in der Patientenverfügung festlegen, wie bei einem Selbst Schmerzen behandelt werden sollen oder welche Regelungen im Hinblick auf Wiederbelebung, künstliche Ernährung und Beatmung gelten sollen.

Es empfiehlt sich, eine einmal verfasste Patientenverfügung von Zeit zu Zeit zu überprüfen und bei Bedarf zu aktualisieren, denn nur so können Ärzte und Angehörige sicher sein, dass sie dem aktuellen Willen des Patienten entsprechend agieren.

Vorsorgevollmacht für die Person des Vertrauens

Mit der Patientenverfügung legt man seine eigenen medizinischen Wünsche fest. Darüber hinaus sollte man sich Gedanken machen, wer persönliche und finanzielle Angelegenheit regeln soll, wenn man dazu selbst nicht mehr in der Lage ist. Der Lebenspartner darf nicht „automatisch“ alle wichtigen Angelegenheiten des Patienten regeln bzw. diesen gesetzlich vertreten, dazu bedarf es einer Vorsorgevollmacht.

Man sollte also rechtzeitig darüber nachdenken, wem man z.B. seine Bankgeschäfte anvertrauen möchte und wer im Ernstfall einen Platz in einem Pflegeheim suchen und die Wohnung und den Telefonanschluss kündigen soll. In den meisten Fällen werden diese Aufgaben von Familienangehörigen oder engen Freunden übernommen. Wichtig ist es, mit der Person, der man die Vorsorgevollmacht erteilen möchte, vorab zu besprechen, was man sich wünscht und zu klären, ob die betreffende Person bereit ist, diese Aufgabe zu übernehmen.

Vormundschaftsgericht kann Betreuer festlegen

Wenn ein Patient nicht mehr dazu in der Lage ist, Entscheidungen über sein Leben zu treffen und keine Vorsorgevollmacht vorliegt, setzt das Vormundschaftsgericht auf Antrag – z. B. durch den Hausarzt oder einen Angehörigen – einen Betreuer ein, der wichtige Entscheidungen für den Patienten trifft. Das kann ein Familienmitglied sein oder auch ein Berufsbetreuer wie etwa ein Rechtsanwalt. Das Vormundschaftsgericht bestellt den Betreuer offiziell und kontrolliert diesen auch.

Mit einer Betreuungsverfügung kann der Patient vorab eine Person seines Vertrauens festlegen, die vom Vormundschaftsgericht als Betreuer bestellt werden soll. Die Bestellung eines Betreuers durch das Vormundschaftsgericht kann mehrere Monate dauern und ist kostenpflichtig.

Wer berät mich?

Es gibt verschiedene Ansprechpartner, die zu Themen wie Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung beraten. Dazu zählen u. a. Hausärzte, Klinik-Sozialdienste oder regionale Pflegestützpunkte bzw. Krebsberatungsstellen.

Informationen und Formulare stehen auch auf der Webseite des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz zur Verfügung.

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