„Für mich war es sehr
hilfreich, dass
mein Umfeld mich getragen hatund mich so angenommen
hat wie ich mich fühlte und
ohne Haare aussah.“
Gesina, 57,
Diagnose Eierstockkrebs Oktober 2016,
Schleswig-Holstein

Zielgerichtete Krebsmedizin

Was versteht man unter Antikörpertherapie?

Körpereigene Antikörper werden von einem bestimmten Typ weißer Blutkörperchen, den B-Zellen, gebildet und sind eine wesentliche Komponente unseres Immunsystems.

Ein im Labor hergestellter zugelassener Antikörper, der in der Therapie des Eierstockkrebses eingesetzt wird, ist Bevacizumab.
Er unterbindet gezielt die Aussendung von Wachstumssignalen der Tumorzellen und unterbricht so die Ausbildung neuer Blutgefäße, die den Tumor mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgen.

Bevacizumab schneidet den Tumor von der Blutversorgung ab

Zu den derzeit zugelassenen Antikörpern, die in der Therapie des Eierstockkrebses eingesetzt werden, zählt Bevacizumab. Dieser Wirkstoff greift nicht die Tumorzellen direkt an, sondern wirkt auf Zellen in der Umgebung, die für das Tumorwachstum entscheidend sind. Bevacizumab hemmt einen Wachstumsfaktor, der die Neubildung von Blutgefäßen steuert. Wenn Tumoren eine gewisse Größe erreicht haben, brauchen sie zur besseren Eigenversorgung zusätzliche Blutgefäße. Diese Gefäßneubildung wird durch Bevacizumab gebremst. Dadurch wird der Tumor von der Blutversorgung abgeschnitten und sein Wachstum gehemmt. Bevacizumab wird in Form von Infusionen verabreicht. Beim fortgeschrittenen Eierstockkrebs in den FIGO-Stadien IIIB, IIIC und IV kann eine Behandlung mit Bevacizumab zusätzlich zur Chemotherapie erwogen werden. Auch bei einem Eierstockkrebs-Rückfall (Rezidiv) kann Bevacizumab unter bestimmten Voraussetzungen gegeben werden. Die behandelnden Ärzte werden dies im Einzelfall mit der betroffenen Patientin besprechen.

Mögliche Nebenwirkungen unter Bevacizumab

Sehr häufig treten Bluthochdruck, anhaltende Erschöpfung und Schwäche (Fatigue), Wundheilungsstörungen, Durchfall, Übelkeit oder Erbrechen auf. Häufig kommen Bauchschmerzen, Eiweißausscheidungen im Urin (Proteinurie), Überempfindlichkeitsreaktionen wie Juckreiz, Hautausschläge oder Atem- und Kreislaufbeeinträchtigungen vor. Häufige und schwerwiegende Nebenwirkungen, wie z. B. Magen-Darm-Durchbrüche, Blutungen sowie Blutgerinnsel in den Gefäßen (die einen Herzinfarkt oder Schlaganfall verursachen können) sind berichtet worden.

Während der Behandlung mit Bevacizumab werden Blutwerte und Blutdruck sorgfältig überwacht. Bluthochdruck kann mit blutdrucksenkenden Medikamenten behandelt werden, gegen allergische Reaktionen können bestimmte antiallergische Wirkstoffe eingesetzt werden.

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