„Für mich war es sehr
hilfreich, dass
mein Umfeld mich getragen hatund mich so angenommen
hat wie ich mich fühlte und
ohne Haare aussah.“
Gesina, 57,
Diagnose Eierstockkrebs Oktober 2016,
Schleswig-Holstein

Krebs-Begleiterscheinungen lindern

Supportivtherapie – was ist das?

Supportivtherapie bedeutet „unterstützende Behandlung“. Damit sind Maßnahmen gemeint, die dazu beitragen, Begleiterscheinungen der Tumorerkrankung und der Krebstherapie zu lindern. Dazu gehört die Behandlung von Therapie-Nebenwirkungen und von krebstypischen Folgen wie Erschöpfung, Schmerzen, Wechseljahresbeschwerden und weiteren Komplikationen des Eierstockkrebses. Supportivtherapie ist ein unverzichtbarer Bestandteil des Behandlungskonzepts von Patientinnen mit Eierstockkrebs.

Wechseljahresbeschwerden

Da bei der Tumoroperation die Eierstöcke entfernt werden und dadurch die Östrogenproduktion ausfällt, kann es bei jüngeren Frauen nach dem Eingriff zu Hormonentzugsbeschwerden wie Hitzewallungen, starkem Schwitzen, Schlafstörungen oder Stimmungsschwankungen kommen.

Grundsätzlich können solche Wechseljahresbeschwerden mit weiblichen Hormonen behandelt werden. Östrogene regen aber möglicherweise den Eierstockkrebs zum Wachsen an, was das Risiko für einen Rückfall erhöhen könnte. Eine Hormontherapie nach behandeltem Eierstockkrebs wird daher nicht generell empfohlen. Sie kann aber bei Patientinnen erwogen werden, die sich durch die Beschwerden erheblich beeinträchtigt fühlen. Frauen, die nach der Eierstockkrebs-Operation Wechseljahresbeschwerden entwickeln, sollten mit ihrem Arzt über mögliche Behandlungsoptionen sprechen.

Erschöpfung und anhaltende Müdigkeit (Fatigue)

Unter Fatigue versteht man eine Erschöpfung und dauerhafte Müdigkeit, die das übliche Maß überschreitet. Lustlosigkeit, Schwäche und mangelnde Belastbarkeit sind weitere Anzeichen. Fatigue kann die Bewältigung des Alltags und auch soziale Beziehungen stark belasten. Wenn eine Krebsbehandlung Fatigue auslöst, können die Symptome nach dem Ende der Therapie wieder verschwinden. Angehörige und Freunde sollten über die Ursachen der Erschöpfung informiert werden, damit sie die Patientin verstehen und unterstützen können.

Oft hilft ein gezieltes Trainingsprogramm gegen die bleierne Müdigkeit. Wichtig ist, dass der behandelnde Arzt ein angepasstes Training empfiehlt, das die Patientin nicht überfordert. Es gibt auch spezielle Sportgruppen für Krebskranke. Auskunft hierzu können der behandelnde Arzt oder Selbsthilfegruppen erteilen.

Schmerzen

Im Rahmen einer Krebserkrankung kann es zu Schmerzen kommen, die das körperliche und seelische Wohlbefinden beeinträchtigen. Doch stehen heute sehr gute Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Es ist wichtig, Schmerzen frühzeitig und ausreichend zu behandeln, da sie sich sonst verselbständigen können („Schmerzgedächtnis“). Bei Schmerzen sollten Sie lieber nicht „die Zähne zusammenbeißen“, sondern sich rasch an Ihren Arzt wenden, um gemeinsam mit ihm die für Sie am besten geeignete Schmerzbehandlung auszuwählen. Zur Verfügung stehen z. B. Schmerzmedikamente, die unterschiedlich stark wirken, oder auch Mittel, die bestimmte Körperregionen betäuben (Lokalanästhetika).

Waren diese Informationen für Sie hilfreich?

Vertiefen Sie Ihr Suchgebiet

Worauf kommt es bei der Therapieplanung an?
Warum ist eine Operation so wichtig?
Ist eine Chemotherapie erforderlich?
Was versteht man unter Antikörpertherapie?
Hilft Strahlentherapie?
Was sind PARP-Inhibitoren?
Supportivtherapie – was ist das?
Checkliste Therapie

Quellen: