„Für mich war es sehr
hilfreich, dass
mein Umfeld mich getragen hatund mich so angenommen
hat wie ich mich fühlte und
ohne Haare aussah.“
Gesina, 57,
Diagnose Eierstockkrebs Oktober 2016,
Schleswig-Holstein

Carboplatin an erster Stelle

Welche Wirkstoffe werden in der Chemotherapie eingesetzt?

Zur Auswahl und dem Einsatz der Chemotherapien wurde eine Vielzahl von Studien durchgeführt, um die am besten geeigneten Wirkstoffe für jedes Tumorstadium auswählen zu können. Das Zytostatikum der ersten Wahl bei Eierstockkrebs ist Carboplatin, ein platinhaltiger Wirkstoff. Er verhindert vor allem die Zellteilung. Nach der Operation sind in der Regel sechs Therapiezyklen mit Carboplatin notwendig, d. h., das Medikament wird i. d. R. sechsmal im Abstand von drei Wochen in Form von Infusionen gegeben. Beim Eierstockkrebs in frühen Stadien reicht oft eine alleinige Behandlung mit Carboplatin aus.

Zu den Nebenwirkungen von Carboplatin können u.a. Nierenfunktionsstörungen, Übelkeit und Erbrechen, Nerven- und Hörschäden, Blutbildveränderungen sowie Verstopfung oder Durchfall gehören. Haarausfall tritt selten auf.

Ein weiteres platinhaltiges Zytostatikum ist Cisplatin, das die Zellen ebenfalls teilungsunfähig macht und zur Chemotherapie bei Eierstockkrebs verabreicht werden kann. Allerdings verursacht Cisplatin im Vergleich zu Carboplatin noch häufiger Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen, Veränderungen des Blutbildes, Verstopfung oder Durchfall, Entzündung der Mundschleimhaut u. a. Daher empfehlen Experten, Carboplatin bevorzugt einzusetzen. Carboplatin ist ähnlich wirksam wie Cisplatin, aber in der Regel besser verträglich.

Kombinierte Chemotherapie bei fortgeschrittenem Eierstockkrebs

Das Zytostatikum Paclitaxel gehört zur Gruppe der so genannten Taxane. Paclitaxel stört einen Mechanismus bei der Zellteilung, so dass neu entstandene Zellen sich nicht trennen können. Zum Nebenwirkungsprofil von Paclitaxel zählen Veränderungen des Blutbildes, Müdigkeit, Infektionen, Haarausfall, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Entzündung der Mundschleimhaut, Nervenschäden etc. Bei fortgeschrittenem Eierstockkrebs wird Carboplatin mit Paclitaxel kombiniert.

Viele der erwähnten Nebenwirkungen einer Chemotherapie treten nur vorübergehend auf und können mit anderen Medikamenten oft gelindert werden. Was sich gegen Nebenwirkungen der Chemotherapie tun lässt, beschreiben wir hier.

Weitere Chemotherapeutika

Die oben beschriebenen Substanzen gehören zu den Zytostatika, die bei Eierstockkrebs sehr häufig verabreicht werden. Darüber hinaus wurden in Studien weitere Chemotherapeutika geprüft wie etwa Docetaxel. Wenn Eierstockkrebs nach der Ersttherapie zurückkehrt, können unter bestimmten Voraussetzungen auch pegyliertes liposomales Doxorubicin, Topotecan oder Gemcitabin verabreicht werden. Näheres dazu finden Sie hier.

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