„Für mich war es sehr
hilfreich, dass
mein Umfeld mich getragen hatund mich so angenommen
hat wie ich mich fühlte und
ohne Haare aussah.“
Gesina, 57,
Diagnose Eierstockkrebs Oktober 2016,
Schleswig-Holstein

Mythen und Fakten

Richtig oder falsch?

Zum Thema Chemotherapie halten sich einige Vorurteile und falsche Vorstellungen hartnäckig und sorgen für Verunsicherung. Im Folgenden nehmen wir Stellung zu einigen dieser Mythen.

 

Mythos 1: Wenn die Haare nicht ausfallen, wirkt auch die Chemotherapie nicht.
FAKTEN: Haarausfall ist eine häufige Nebenwirkung verschiedener – aber nicht aller – Chemotherapeutika. Und nicht immer ist der Haarausfall gleich stark ausgeprägt. Eine Studie der Arbeitsgemeinschaft gynäkologische Onkologie (AGO) ergab, dass der Haarausfall in keinem Zusammenhang mit dem späteren Überleben steht.

 

Mythos 2: Medikamente, die bei der Chemotherapie verabreicht werden, sind Gift für den Körper, das durch Ausleiten oder Entgiften wieder entfernt werden muss.
FAKTEN: Die Reaktion auf Zytostatika ist von Patient zu Patient sehr unterschiedlich. Ob überhaupt Probleme auftreten und, wenn ja, wie belastend die Nebenwirkungen sein werden, lässt sich nicht sicher vorhersagen.
Die allermeisten Zytostatika bleiben nur wenige Stunden oder höchstens Tage im Körper und werden dann vor allem über die Nieren ausgeschieden. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr kann die natürliche Ausscheidung unterstützen. Experten warnen jedoch vor so genannten ausleitenden Verfahren wie Diäten oder angeblich „entgiftendem“ Saftfasten oder vor Medikamenten mit entwässernder Wirkung (Diuretika). Der Körper scheidet Zytostatika innerhalb kurzer Zeit von allein wieder aus.

Mythos 3: Eine Chemotherapie in Tablettenform ist generell weniger wirksam als eine Chemotherapie, die in Form von Infusionen verabreicht wird.
FAKTEN: Das stimmt nicht. Beide Verabreichungsformen von Chemotherapeutika nimmt der Körper auf. Welche Therapie für den einzelnen Patienten am besten geeignet ist, hängt u. a. von der zugelassenen Darreichungsform ab und soll individuell mit dem Arzt besprochen werden.

Mythos 4: Es kann nur ein Chemotherapiezyklus durchgeführt werden. Danach wirken Zytostatika nicht mehr.
FAKTEN: Manche Tumoren entwickeln zwar Resistenzen gegenüber den eingesetzten Chemotherapeutika, doch dann kann man oft auf Substanzen mit anderem Wirkmechanismus umstellen.
Bei ausreichender Funktion von Nieren und Leber gibt es keine Begrenzung der Anzahl von Chemotherapiezyklen. Einige Patientinnen erhalten sogar Langzeittherapien, ohne dass Nebenwirkungen auf das Knochenmark oder andere Organe zunehmen.

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