„Für mich war es sehr
hilfreich, dass
mein Umfeld mich getragen hatund mich so angenommen
hat wie ich mich fühlte und
ohne Haare aussah.“
Gesina, 57,
Diagnose Eierstockkrebs Oktober 2016,
Schleswig-Holstein

Zytostatika zerstören verbliebene Krebszellen

Ist eine Chemotherapie erforderlich?

In aller Regel erhalten Patientinnen nach einer Eierstockkrebs-Operation eine Chemotherapie – selbst dann, wenn bei dem Eingriff der Ausgangstumor und alle sichtbaren Absiedelungen komplett entfernt wurden. Denn gerade Tumoren, die oberflächlich am Eierstock sitzen, neigen dazu, frühzeitig Krebszellen zu streuen, die sich an Darm oder Bauchfell festsetzen und neue Absiedelungen bilden.

Auch wenn der Operateur sehr sorgfältig gearbeitet hat, muss man davon ausgehen, dass sich nach der Operation noch einzelne „versteckte“ Krebszellen im Körper befinden, die einen Rückfall (ein Rezidiv) oder ein Fortschreiten (Metastasierung) der Erkrankung bedingen könnten. Daher ist die Chemotherapie nach der Operation die zweite wichtige Behandlungssäule bei Eierstockkrebs. Sie beginnt in der Regel innerhalb von vier bis sechs Wochen nach der Operation und hat zum Ziel, unbemerkt im Körper verbliebene Tumorzellen medikamentös zu zerstören. Nur in sehr frühen Krankheitsstadien kann unter Umständen auf eine Chemotherapie verzichtet werden.

Wirkung auf Zellen, die sich schnell teilen

Bei einer Chemotherapie werden Zytostatika eingesetzt. Diese Substanzen wirken im ganzen Körper und verhindern auf unterschiedliche Art die Zellteilung. Dadurch hemmen sie das Tumorwachstum. Da sich insbesondere Krebszellen rasch und ungebremst teilen, sind Zytostatika hier besonders wirksam. Doch wirken die Medikamente auch auf gesunde Zellen mit hoher Teilungsrate ein, beispielsweise auf Schleimhautzellen, Zellen der Blutbildung und auf Haarwurzelzellen. Deshalb kommt es unter einer Chemotherapie häufig zu Nebenwirkungen.

Wie wird die Chemotherapie durchgeführt?

Innerhalb von vier bis sechs Wochen nach der Operation sollte mit der Chemotherapie begonnen werden, aber der Start hängt davon ab, wie gut sich die Patientin von der Operation erholt. Die Chemotherapie kann ambulant bei niedergelassenen spezialisierten Ärzten oder in Ambulanzen oder auf Station von Kliniken durchgeführt werden. Die Verabreichung der Chemotherapie erfolgt in mehreren Zyklen: Das bedeutet, dass die Medikamente in bestimmten zeitlichen Abständen wiederholt gegeben werden. Dazwischen liegen Behandlungspausen, in denen sich die Patientin erholen kann. Meist werden die Medikamente in Form einer Lösung in eine Vene infundiert. Über welchen Zeitraum eine Chemotherapie durchgeführt wird, hängt unter anderem davon ab, wie der Tumor auf die Behandlung anspricht und wie die Patientin die Therapie verträgt.

Bei einer Chemotherapie kann entweder ein Wirkstoff verabreicht werden (Ärzte nennen dies „Monochemotherapie“) oder eine Kombination aus verschiedenen zytostatischen Substanzen („Polychemotherapie“).

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