„Für mich war es sehr hilfreich, dass mein Umfeld mich getragen hat und mich so angenommen hat wie ich mich fühlte und ohne Haare aussah. Wichtig ist auch die direkten Angehörigen in dieser Zeit nicht zu vergessen. Auch sie leiden und haben Angst. Die wichtigste Person und größte Hilfe war meine Schwester.“Gesina, 57,
Diagnose Eierstockkrebs Oktober 2016,
Schleswig-Holstein

Sie müssen nicht alles allein stemmen

Was tun, wenn die Belastung steigt?

Krebs ist eine Familienkrankheit, heißt es. Zu der Angst und Sorge, die Sie um die Angehörige empfinden, kommen wahrscheinlich viele Aufgaben, die Sie zusätzlich zu Ihrer Berufstätigkeit übernehmen müssen: Hausarbeit, Fahrdienste, pflegerische Aufgaben und vieles mehr. Viele Angehörige von Krebspatienten stellen ihre eigenen Bedürfnisse lange zurück und überfordern sich, bis sie das Gefühl haben, dass ihnen die Verantwortung und Belastung über den Kopf wächst.

Wer berät Sie?

Wenn Sie merken, dass sie zunehmend gereizt reagieren und Ihnen alles zu viel wird, ist es höchste Zeit, nach einer Lösung zu suchen. Ein erster Schritt können Beratungsgespräche sein, denn es entlastet oft schon, eigene Gefühle und Wünsche zu formulieren:

  • Während die Patientin noch stationär behandelt wird, können Angehörige in manchen Kliniken Beratungsangebote von Kliniksozialdiensten, psychologischen oder psychoonkologischen Diensten nutzen.
  • Psychosoziale Krebsberatungsstellen bieten Unterstützung, Beratung und Information für Krebspatienten und deren Angehörige. Auf der Webseite des Krebsinformationsdienstes können Sie entsprechende Beratungsstellen in Ihrer Nähe suchen oder sich vom Krebsinformationsdienst telefonisch beraten lassen.
  • Viele Selbsthilfegruppen sind auch für Angehörige offen. Manche bieten sogar ausdrücklich Gruppen für Angehörige an. Fragen Sie beim behandelnden Arzt oder in der Krebsberatungsstelle nach örtlichen Selbsthilfegruppen.
  • Wenn es eher um Belastungen der zwischenmenschlichen Situation geht, können Paar- und Lebensberatungsstellen eine geeignete Anlaufstelle sein. Diese werden z. B. von Kommunen, Kirchen oder Sozialverbänden angeboten und sind in der Regel kostenlos.

Und wenn Sie praktische Fragen haben?

Wenn Sie wissen möchten, auf welche Leistungen die Krebspatientin Anspruch hat oder wer Angehörigen bei der Pflege zu Hause hilft, finden Sie auf einem Informationsblatt des Krebsinformationsdienstes wichtige Anlaufstellen zu sozialrechtlichen Fragen.

Telefonisch können Sie sich auch beim Infonetz Krebs zu Themen wie „soziale Absicherung“ oder „Leben mit Krebs“ etc. kostenfrei beraten lassen (Montag bis Freitag von 8:00 bis 17:00 Uhr, Tel. 0800 80708877).

Manchmal geraten Krebspatientinnen und ihre Familien in eine finanzielle Notlage. In solchen Fällen können Härtefonds unter bestimmten Voraussetzungen helfen (in der Regel mit einer einmaligen finanziellen Unterstützung). Informationen zum Härtefonds der Deutschen Krebshilfe finden Sie hier.

Eierstockkrebs betrifft zwar meist Frauen nach den Wechseljahren, doch gelegentlich erkranken auch jüngere Frauen, die manchmal noch kleine Kinder haben. Wo es Hilfen für Kinder von Krebskranken gibt, beschreiben wir hier.

Professionelle psychologische Unterstützung holen

Angehörige sind seelisch ähnlich oft und stark belastet wie die Patientin selbst. Wenn Sie die vielfältigen hohen Anforderungen Ihres Alltags mit der Krebspatientin als zunehmende Bürde empfinden und Symptome wie Konzentrations- und Schlafstörungen, ständiges Grübeln, Angst, Reizbarkeit oder Niedergeschlagenheit bei sich bemerken, sollten Sie sich professionelle Hilfe wie eine psychologische Beratung oder psychotherapeutische Unterstützung holen.

Auch körperliche Beschwerden, z. B. häufige Kopf- und Rückenschmerzen, Müdigkeit oder Magen-Darm-Beschwerden, können darauf hinweisen, dass Sie Ihre Belastungsgrenzen erreicht haben und professionelle Hilfe benötigen.

Waren diese Informationen für Sie hilfreich?

Vertiefen Sie Ihr Suchgebiet

Was ist im Umgang mit der Patientin hilfreich?
Wie gehe ich mit Schwierigkeiten um?
Was tun, wenn die Belastung steigt?
Risikofaktor BRCA-Mutation – sollte ich mich als Angehörige untersuchen lassen?
Was Angehörige von Krebspatientinnen tun können

Quellen: