„Krebs ist
nicht nur
negativ,
so gibt es auch viele
positive Eigenschaften,
neue Freundschatfen,
alte aussortieren, das
Leben neu, bzw. anders
organisieren.“
Manuela, 46,
Diagnose Eierstockkrebs Februar 2016,
Schleswig-Holstein

Kraft tanken für den Alltag

Ist eine Rehabilitation für mich sinnvoll?

Eine Krebstherapie ist körperlich und seelisch anstrengend. Viele Frauen, die eine Behandlung wegen Eierstockkrebs abgeschlossen haben, sehen der Entlassung aus dem Krankenhaus mit gemischten Gefühlen entgegen: Einerseits freuen sie sich darauf, der Klinik den Rücken kehren zu können und endlich wieder ein „normales“ Leben beginnen zu dürfen. Andererseits sind sie erschöpft und fragen sich, wie sie den Alltag mit seinen vielfältigen Herausforderungen bewältigen sollen.

In dieser Situation kann eine medizinische Rehabilitation sehr hilfreich sein. Nach Meinung von Experten soll der behandelnde Arzt Patientinnen mit Eierstockkrebs über die Möglichkeit rehabilitativer Maßnahmen informieren und bei Bedarf geeignete Maßnahmen anbieten. Während der Rehabilitation (Reha) kümmern sich Ärzte, Therapeuten, Sozialarbeiter und Psychologen um das körperliche und seelische Wohlergehen der Patientinnen und beraten bei Bedarf auch in praktischen Fragen wie z. B. Rückkehr ins Berufsleben.

Wie beantrage ich eine Reha?

Eine Rehabilitation dauert normalerweise drei Wochen und wird meist durch die Rentenversicherung finanziert, in manchen Fällen auch von der Krankenkasse. Oft wird die Reha von den Ärzten in der Klinik verordnet und direkt nach dem Klinikaufenthalt als Anschlussheilbehandlung durchgeführt. Es ist wichtig, den Antrag auf eine Rehabilitationsmaßnahme frühzeitig zu stellen – der Klinik-Sozialdienst unterstützt Sie dabei, eine auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittene Reha-Einrichtung zu finden und den Antrag zu stellen.

Falls Sie zunächst nach Hause fahren möchten, können Sie auch später noch eine Reha in Anspruch nehmen. Grundsätzlich kann die Rehabilitation stationär oder ambulant durchgeführt werden. Reha-Leistungen werden vom behandelnden Arzt verordnet. Wenn Sie sich zunächst erst einmal beraten lassen möchten, bevor Sie einen Antrag stellen, können Sie sich auch an eine Krebsberatungsstelle, an eine Selbsthilfegruppe oder an einen Sozialdienst wenden.

Unterstützung bei der Wahl der geeigneten Einrichtung und bei der Antragstellung finden Sie auch bei den Reha-Servicestellen. Adressen in Ihrer Nähe finden Sie im Internet unter www.reha-servicestellen.de.

Was erwartet mich bei einer Reha?

In der Reha-Klinik oder -Einrichtung werden Sie rundum betreut und beraten. Um die körperliche Belastbarkeit zu verbessern und die Fitness zu steigern, nehmen Sie an Bewegungsprogrammen teil. Bewegung verbessert die Kondition, stärkt die Abwehrkräfte und hilft, die Krankheit zu bewältigen und ein positives Körpergefühl zu entwickeln. Darüber hinaus haben Sie die Möglichkeit, Entspannungsverfahren wie Yoga, Tai-Chi oder autogenes Training auszuprobieren.

Mit einer vollwertigen, abwechslungsreichen Ernährung können Sie viel zu Ihrem Wohlbefinden beitragen. In der Reha erfahren Sie viel über empfehlenswerte Nahrungsmittel und erhalten praktische Tipps für Ihre Ernährung. Die Sozialberatung leistet Hilfestellung bei der Klärung Ihrer derzeitigen finanziellen Situation und informiert Sie über den beruflichen Wiedereinstieg.

In Gruppen- oder Einzelgesprächen mit dem Psychologen lernen Sie, mit schwierigen Gefühlen und Ängsten besser umzugehen und gut für sich selbst zu sorgen. Für viele Krebspatientinnen ist es auch sehr hilfreich, andere Frauen nach einer Krebstherapie kennenzulernen und zu beobachten, wie andere mit ihrer Erkrankung umgehen und die neue Situation meistern. Einige Frauen berichten, während der Reha-Zeit neue Freundinnen gefunden zu haben.

Waren diese Informationen für Sie hilfreich?

Vertiefen Sie Ihr Suchgebiet

Wie wird die Nachsorge organisiert?
Ist eine Rehabilitation für mich sinnvoll?
Ist Bewegung gut für mich?
Worauf sollte ich bei meiner Ernährung achten?
Wie bleibe ich seelisch im Gleichgewicht?

Quellen: