„Krebs ist
nicht nur
negativ,
so gibt es auch viele
positive Eigenschaften,
neue Freundschatfen,
alte aussortieren, das
Leben neu, bzw. anders
organisieren.“
Manuela, 46,
Diagnose Eierstockkrebs Februar 2016,
Schleswig-Holstein

Mehr Fitness, bessere Stimmung

Ist Bewegung gut für mich?

Eine Krebstherapie, z. B. bei Eierstockkrebs, kann zu anhaltender Müdigkeit und Erschöpfung führen, doch körperliche Schonung hilft nicht aus dem Leistungstief. Im Gegenteil: Wenn Sie sich nur Ruhe „gönnen“, baut sich Ihre Muskulatur rasch ab und Ihre Leistungsfähigkeit lässt weiter nach. Das kann zu noch mehr Schonverhalten, zu Rückzugstendenz und sogar zur sozialen Isolation führen.

Durchbrechen Sie diesen Teufelskreis, indem Sie aktiv werden. Untersuchungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass körperliches Training gerade auch Menschen vor, während oder nach der Krebsbehandlung gut tut. Ein Bewegungsprogramm kann u. a. dazu führen, dass Ihre Leistungsfähigkeit steigt, die Müdigkeit abnimmt und Sie mehr Selbstvertrauen gewinnen.

Nach dem Check beim Arzt können Sie durchstarten

Bevor Sie mit Ihrem Aktivprogramm loslegen, sollten Sie sich von Ihrem Arzt untersuchen und beraten lassen, wie es aktuell mit Ihrer körperlichen Belastbarkeit aussieht. Basierend auf dieser Untersuchung kann er Ihnen individuelle Trainingstipps geben.

Allgemein gilt eine Mischung aus Ausdauersport und Kräftigungs-/Dehnübungen als günstig. Flottes Spazierengehen stärkt die Knochen, Radfahren und Schwimmen bessern die Kondition, noch effektiver ist Walking. Gewöhnen Sie Gelenke und Rücken langsam an die neue Herausforderung. Eine gute Kombination aus Kraft- und Dehnübungen bieten übrigens Pilates und Yoga. Falls Sie zu Gewebswasseransammlungen neigen, könnte Aqua-Gymnastik gut geeignet für Sie sein: Die Bewegung im Wasser schont die Gelenke und der Wasserwiderstand sorgt dafür, dass die Gewebe entstaut werden.

Wie oft und wie lange trainieren?

Zur Frage des Trainingsprogramms rät die Deutsche Krebshilfe Folgendes:

  • Bewegen Sie sich dreimal pro Woche jeweils 60 Minuten (starten Sie ggf. mit kürzeren Trainingseinheiten und steigern Sie die Dauer nach und nach).
  • Alternativ können Sie Ihr Bewegungsprogramm auch auf fünf bis sechs 30-minütige Einheiten pro Woche verteilen.
  • Geeignet sind z. B. Spazierengehen, Nordic Walking oder sanftes Schwimmen, das Sie als „etwas anstrengend“ empfinden.
  • Falls für Sie „anstrengendes“ Training möglich ist (z. B. gerätegestütztes Krafttraining), können Sie intensiver, aber dafür kürzer trainieren. Mindestens dreimal 30 Minuten pro Woche sollten es in diesem Fall sein.
  • Sorgen Sie zusätzlich im Alltag für ausreichend Aktivität, indem Sie kürzere Strecken zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen oder nach dem Essen Spaziergänge einplanen.

Wann sollten Sie eine Sportpause einlegen?

Anstrengende Aktivitäten und Sport sind in bestimmten Situationen nicht angebracht, beispielsweise wenn Sie Fieber, eine akute Erkrankung oder Schmerzen haben. Auch bei eingeschränkter Blutgerinnung oder erniedrigten Blutwerten (z. B. niedriger Hämoglobinwert) sollten Sie lieber nicht trainieren.

 

Für mehr Fitness und Wohlbefinden

Wenn Sie mit sportlichen Aktivitäten anfangen, werden Sie rasch merken, dass Sie sich besser fühlen. Denn Bewegung wirkt sich in vieler Hinsicht positiv auf Körper und Seele aus:

  • Herz und Kreislauf werden trainiert
  • Beweglichkeit und Kondition bessern sich
  • Die Muskulatur wird trainiert, überflüssige Pfunde lassen sich in den Griff bekommen, die Körperproportionen bessern sich
  • Angst und Stress werden abgebaut
  • Die Schlafqualität nimmt zu
  • Das Selbstvertrauen steigt, Situationen mit niedergeschlagener Stimmung werden seltener
  • Die Lebensqualität bessert sich

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